
Das Niederrhein Filmfestival 2025
Am Samstag, dem 29. November 2025, gehörte das SCALA Kulturspielhaus in Wesel zum achten Mal dem Niederrhein Filmfestival. Rund 1700 Einsendungen hatte die Jury im Vorfeld gesichtet, besetzt mit den Preisträgerinnen und Preisträgern des Vorjahres. Vier Blöcke, ein Tag, und zwischen den Vorführungen David Zabel, der als Conférencier durch das Programm führte und die Teile zu einem Ganzen verband.
Den Auftakt machte um 14 Uhr ein Beitrag außerhalb der Wertung. Unter Leitung des Filmpädagogen Zuniel Kim hatten Oberstufenschülerinnen und -schüler der Gesamtschule Am Lauerhaas mehrere Kurzfilme erarbeitet, angeregt von Paul Glasers Buch „Die Tänzerin von Auschwitz". Ihre Arbeit über eine niederländische Tänzerin, die die Lager überlebte, bekam im Saal eine Aufmerksamkeit, die man selten erlebt.
Ab 16:15 Uhr liefen sechs niederländische Beiträge. „Tief unten" von Vera van Wolferen erzählt mit animierten Insekten von sozialer Angst und psychischer Gesundheit. Malu Janssens „Barlebas" versetzt als experimentelles Musik-Historienstück ins Jahr 1595. „De tijd van je leven" von Nicole Jachmann zeigt vier Menschen, für die die Zeit nach einem Einschnitt unterschiedlich schnell läuft. In „Inhumaan" von Nils Vleugels muss ein Vater entscheiden, was ihm das Meerschweinchen seiner Tochter wert ist. Jop Leuvens „Marleen" blickt auf die Begegnungen zurück, die ein Leben verändert haben. Und „Olli" von Jeroen Mourmans begleitet einen Siebzehnjährigen in Limburg zwischen Lagerarbeit und Einbrüchen.
Um 18:15 Uhr folgten drei deutsche Beiträge. „Skin on Skin" von Simon Schneckenburger erzählt von einem deutschen Wachmann und einem bosnischen Schlachthofarbeiter, zwischen denen im industriellen Alltag eine wortlose Nähe entsteht. Wouter Wirth führt mit „Sturm & Drang" nach Knittlingen im Jahr 1789. Und „Tenez" von Maximilian Nita erlebte in Wesel seine Deutschlandpremiere: Der Film handelt von den psychischen Folgen von Missbrauch im Tennissport. Festivalgründer und -leiter Stephan Hanf zeigte sich vor allem von der deutschen Auswahl beeindruckt: „Gerade der deutsche Wettbewerb ist sehr stark dieses Jahr!"
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Zum Abschluss um 20:15 Uhr stand die Preisverleihung an, dazu lief „Wurst" von Valentina Schütz. Den niederländischen Wettbewerb übergab Bürgermeister Rainer Benien: Die lobende Erwähnung ging an „Marleen", die Silberne Kopfweide an „Barlebas", dessen Team an diesem Abend leider nicht in Wesel sein konnte. Für den deutschen Wettbewerb kam Tobias Henrichs von der Niederrheinischen Sparkasse auf die Bühne, die lobende Erwähnung erhielt „Tenez". Hauptpreisträger wurde „Skin on Skin". Beim Publikumspreis, überreicht von Dr. Jürgen Fröhlich von der Holemans GmbH, zeigte sich dann, dass Jury und Zuschauer einer Meinung waren: Auch hier gewann „Skin on Skin". Editor Lukas Wengorz nahm beide Preise entgegen.
Danach Getränke und Gespräche an den Stehtischen im Kinosaal. Filmschaffende, Gäste und Organisatoren blieben noch lange zusammen — ein Ende, das zum Motto des Tages passte.
Veranstalter
Filmkultur am Niederrhein e.V.
Festival Adresse:
SCALA Kulturspielhaus
Wilhelmstraße 8
46483 Wesel
E-Mail: niederrhein.filmfestival@mail.de
