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Das Niederrhein Filmfestival 2026

Am Freitag, dem 9. Oktober 2026, war das SCALA Kulturspielhaus in Wesel ausverkauft, und das für eine halbe Ausgabe. Zwischen dem achten und dem neunten Niederrhein Filmfestival hatte Filmkultur am Niederrhein e. V. einen einzelnen Abend eingeschoben. Gezeigt wurden vier Kurzfilme aus Deutschland und den Niederlanden, die in den vergangenen Jahren eingereicht, aber nicht ins Programm genommen worden waren. Eine Jury gab es diesmal nicht, über den Sieger entschied allein das Publikum.

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Den Anfang machte „Kommunenkind” von Charif Ounice. Die Schauspielerinnen und Co-Autorinnen Nadine Franz und Rebekka Roonikah erzählten, dass der Film in ihrer Schauspielausbildung entstanden ist. Die Dozierenden hatten ihnen die Typen zugeteilt, Punkerin, Rockerin und Hippie. Die beiden suchten dann nach etwas, das diese drei zusammenbringt. Heraus kamen eine Kommune mit Kinderwunsch und ein Streit, der jeden Bezug zur Wirklichkeit verliert. „Ein kleiner Fiebertraum”, wie sie selbst sagen.

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Aus den Niederlanden war Sem Donkers mit „De geschiedenis van mijn fiets” angereist. Das Fahrrad im Film ist sein eigenes. Es gehörte den Großeltern seiner Freundin und stand ungenutzt im Schuppen, bis Donkers damit zur Schule fuhr. Unterwegs fragte er sich, was dieses gut fünfzig Jahre alte Rad schon erlebt hatte, bevor es zu ihm kam. Am schwersten war für ihn die Regie: Zum ersten Mal stand er mit Schauspielern am Set, die er seit Jahren bewunderte.

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Danach ging es mit „Landratten!” ins Kinderspiel. Zwei Kinder wollen Piraten sein, ihnen fehlt nur noch das Schiff. Für die Gespräche der zweiten Hälfte übernahm das Mosaik Kollektiv die Bühne. Die Gruppe trifft sich seit drei Jahren in Hünxe-Bruckhausen. Den Kontakt zum Festival hat der Verein Wesel für Demokratie und Vielfalt e. V. vermittelt. Ein halbes Jahr lang haben sich beide Seiten kennengelernt und gemeinsam Filme ausgewählt.

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„Die Ampel” war der letzte und längste Film im Wettbewerb. Pablo Knote erzählte, wie aus einer ganz banalen Situation erst eine Komödie und dann etwas sehr Dunkles wird: Menschen warten an einer Stelle, an der gar kein Verkehr kommt. Gedreht hat er mit Freunden und Schauspielern, die er gut kannte, und in ständiger Angst vor Regen, denn an einer Ampel kann man nicht ausweichen. Ihm gehe es um Menschen, die ihre Verantwortung an äußere Autoritäten abgeben. Wer in Not gerät und Panik hat, folge oft der lautesten Stimme.

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Dann wurde abgestimmt, ganz klassisch mit Stift, Zettel und Wahlurne. Während ausgezählt wurde, sprachen Bürgermeister Rainer Benien und Nils Knoblich über Regeln. Benien ist nach eigenen Worten ein Freund von Regeln, die eine Gemeinschaft zusammenhalten. Hellhörig werde er aber immer bei einem Satz: „Das haben wir immer schon so gemacht.” Abschaffen würde er am liebsten die vielen Berichte, die eine Verwaltung an andere Stellen schicken muss. Außerdem freute er sich, an diesem Abend zum ersten Mal alle Filme eines Festivals sehen und selbst abstimmen zu können. Knoblich beschrieb seine Sauna als gesellschaftliche Versuchsanordnung: Ganz unterschiedliche Menschen sind auf engem Raum zusammen und müssen sich an Regeln halten. Darin sah er die Verwandtschaft zur Ampel. Danach lief „Die sicherste Sauna der Welt” außer Konkurrenz.

Den Preis überreichte Dr. Jürgen Fröhlich von der Holemans GmbH. Kurzfilme, sagte er, fingen oft dort an, wo die Wirklichkeit an ihre Grenzen stößt. Das mache ihm Mut für die eigene Arbeit. Das Publikum hatte sich für „Landratten!” entschieden. Lukas Joswig aus Wesel, Autor und Produzent des Films, nahm die Kopfweide und den Scheck über 500 Euro entgegen. Dazu kommt ein Platz in der Jury des neunten Festivals. Für den Film sei es die erste Auszeichnung, sagte Joswig, und sie gehöre dem ganzen Team. Gemeinsam mit Regisseurin Jana Wülfing und den anderen Co-Autoren will er im Kollektiv B-Team weiter Filme machen.

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Festivalleiter Stephan Hanf dankte der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe, die das Festival seit seinem Beginn als Hauptsponsor begleitet, der Holemans GmbH für den Publikumspreis sowie Wesel Marketing, booklooker.de und dem Scala Förderverein. Gefördert wurde der Abend vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Wesel und aus der LEADER-Kleinprojektförderung. Sein Dank galt außerdem Bürgermeister Benien, dem Mosaik Kollektiv, Udo Görtz, Familie Eumann, Monika Stallknecht, Nicole Bach und Elisabeth Hanf vom Verein, Matthias an der Technik, Karin Nienhaus und dem ganzen Team des SCALA. Ein besonderer Dank ging an die Filmemacherinnen und Filmemacher, die ihre Filme noch einmal nach Wesel gebracht haben.

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Noch am selben Abend hat die Einreichung für das 9. Niederrhein Filmfestival begonnen. Das Festival zieht ins Frühjahr und findet am 6. März 2027 statt, wieder in gewohnter Form mit Jury, Wettbewerben und Publikumspreis.

Veranstalter

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Filmkultur am Niederrhein e.V. 

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Festival Adresse:

SCALA Kulturspielhaus

Wilhelmstraße 8

46483 Wesel

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E-Mail: niederrhein.filmfestival@mail.de

www.niederrheinfilm.de

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